Forschung trifft Kunst trifft Freies Wissen trifft Aktivismus trifft Institutionen.

Zu oft passieren diese verschiedenen Gruppen in Silos, verfolgen völlig unterschiedliche Ansätze, aber doch alle für das gleiche Ziel: Räume für digitale Kunst und Kultur zu schaffen, sie sichtbar zu machen und mehr Anerkennung und Unterstützung für sie zu gewinnen. Dabei könnten wir so viel mehr erreichen, wenn wir uns untereinander austauschen und einladen.
Umso gespannter waren wir im letzten Jahr, als das COST-Programm GRADE (Grassroots of Digital Europe) die Anfrage gestellt haben, ob wir nicht eine ihrer Netzwerkveranstaltungen in 2026 mit einem starken Community-Fokus organisieren möchten. Nachdem wir bereits an mehreren Konferenzen teilgenommen haben ist uns aufgefallen, wie dringend GRADE (wie auch Echtzeit selbst) auch in die französischsprachigen Regionen vordringen sollte. Nach früheren Kollaborationen mit dem Cookie Collective hatten wir also schnell eine Traumpartnerin für unser Event gefunden!

Dank Bayas (Azertype) Kontakten zu Pariser Kulturzentren, Event-Knowhow und schier unerschöpflichem Pool aus interessanten Kontakten durften wir dann also drei Tage lang Vorträge, Kunstinstallationen, Workshops und Austausch zwischen den Welten eine Plattform bieten!

Die Frontalvorträge reichten von Themen wie der Arbeit von GRADE, Open Science und Knowledge und Community-Organising bis hin zu Hintergrundinformationen zum aktuellen künstlerischen Schaffen des Kollektivs, zum Beispiel über Live Coding Plattformen, XR (Extended Reality) und Hard- und Software-Hacking.

Dazu hatten die Besuchenden viel Spass mit den Incontrolab Installationen von Emilie Breslavetz und Leon Denise (https://playful-machines.com/), Crashboard 2000 und Orbital.

Der zweite Tag war vor allem dem Austausch gewidmet: während im unteren Stockwerk eigene Konferenzshirts am DIY-Drucker gemacht wurden, Wikipedia und Wikidata editiert und sich über Open Science Projekte und FLOSS-Programme ausgetauscht wurde, konnten die Besuchenden im oberen Stockwerk in Workshops Grundlagen in Live-Coding, ASCII/ANSI-Kunst und Elektroniklöten lernen.

So hat so manche kunstschaffende Person ihren Weg in offene Forschungsprojekte zu neuartigen, biochemischen Rechnerplattformen gefunden um damit künstlerisch zu experimentieren, während Forschende nach vielen Jahren Arbeit über Open Hardware und das Right to Repair beim Basteln eines Soundboards Löten gelernt haben!
Vollständiges Programm und Event-Informationen: https://meta.wikimedia.org/wiki/Event:GRADE-Paris2026
Ein so komplexes Event ist nicht ohne viele helfende Hände möglich, daher danken wir besonders herzlich:
…den Kunstschaffenden vom Cookie Collective:
- Azertype – Live Performance, Print-your-own-Shirt, Cookie Collective Compilation Zine
- Emilie Breslavetz – alt.ctrl and Incontrolab Ausstellung
- Faure & Ralt 144MI – Living Pseudographics
- Stella Jacobs – Inclusivity as Resistance in XR
- Tan b – Conférence performée – festivités incarcérées, transformé

…den Präsentierenden und Workshop-Leitenden:
- Adel Faure (Cookie Collective)
- Azertype (Cookie Collective)
- Carlos Cunha (GRADE)
- Daniel Mietchen (Wikiverse, WikiCite)
- Hèlène Blondel (Cookie Collective)
- Iolanda Pensa (Wikiverse)
- Mamady Diarra (Cookie Collective)
- Mario Spuler (Echtzeit – Digitale Kultur)
- Nattes à chat (Wikiverse, Les sans pagEs)

…dem Orga-Team:
- Baya/Azertype (Cookie Collective) – Technische Leitung und Künstlerisches Programm
- Léa Lacroix (Mindful Projects / Wikiverse) – Community-Outreach und Bewerbung
- Maria B. Garda (GRADE) – Akademisches Programm
- Nattes à Chat (Les sans pagEs) – Community-Outreach und Editathon
- Shana Marinitsch (Echtzeit) – Gesamtleitung, Koordination und Kommunikation
- Sirpa Saariaho (GRADE) – Koordination Kostenerstattung und Finanzierung

…Und last but not least dem gesamten Team vom DOC Paris!
